Neue Formen der Forschungsorganisation

Wird Forschung interdisziplinär, kann dies zu einer Veränderung der beteiligten Fachkulturen führen und Frauen in der Wissenschaft neue Chancen eröffnen, aber auch neue Benachteiligungen verursachen. Was passiert also, wenn im Falle der Physik ein Fach mit einem traditionell sehr geringen Frauenanteil auf ein Fach mit einem traditionell höheren Frauenanteil stößt?

In den neuen Formen der Forschungsorganisation (SFBs und Exzellenzinitiativen) hat die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fächern besonders stark zugenommen. Allerdings sind in der Physik nicht alle Forschungsfelder gleich stark betroffen. Während etwa die Theoretische Physik noch sehr klassisch forscht, sind Katalyseforschung, Nanophysik oder Umweltphysik stärker interdisziplinär organisiert.

Was bedeutet es für die gender-Dynamiken, wenn dabei zwei Fächer mit unterschiedlichem Frauenanteil und unterschiedlichen Geschlechterkulturen aufeinander treffen? Entstehen hybride Dynamiken? Ist dies im Vergleich zu klassisch disziplinärer Forschung förderlich oder hinderlich für Frauen? Existieren allgemeine Dynamiken, oder gibt es vielmehr einen Zusammenhang mit spezifischen Typen interdisziplinärer Zusammenarbeit?

Diesen Fragen geht der Arbeitsbereich „Neue Formen der Forschungsorganisation“ in ethnographischen Beobachtungen und Experteninterviews an je zwei Exzellenzclustern und Sonderforschungsbereichen nach.